Naturschutzgruppe Witten - Biologische Station e.V.
                                          Naturschutz im mittleren Ruhrtal
Der Knöterich - Der Japan Knöterich - Der Sachalin Knöterich


Der Japan Knöterich

 


Verbreitung und Herkunft

Der bei uns am häufigsten auftretende Riesenknöterich ist der Japan-Knöterich (Reynoutria japonica). Typische Standorte sind Bahndämme, Straßenränder und Uferränder von Fließgewässern. Auch auf Ödland trifft man ihn an. Im Raum Witten gibt es größere Vorkommen unterhalb des Wehres am Mühlengraben beiderseits der Ruhrstraße und an der Herbeder Straße zwischen dem Wasserwerk von Gelsenwasser und dem alten Klärwerk Witten. Auch in dem Biotop an der Feldstraße, das von der Naturschutzgruppe Witten betreut wird, hat er sich in letzter Zeit stark ausgebreitet. 
In Deutschland wurde der Japan-Knöterich im 19. Jahrhundert als Zier- und Futterpflanze eingeführt. Am Ruhrufer bei Witten wurde er erstmals 1884 als eingebürgert angegeben.


Biologische Anmerkungen

Der Japan-Knöterich ist eine Staude, die Wuchshöhen bis zu 3,50 m erreichen kann. Die Chromosonenzahl ist n = 88. Im Herbst sterben die oberirdischen Teile ab, und im Frühjahr sprießen wieder neue, kräftige Triebe aus. Der Hauptspross ist unverzweigt und hohl. An der Basis kann sein Durchmesser bis zu 6 cm betragen. Die Blätter sind eiförmig länglich und haben eine kurze ausgezogene Spitze. Am Stängel sind sie gestutzt. Sie werden bis zu 
18 cm lang und bis zu 13 cm breit. Auf den Blattadern der Blattunterseite befinden sich sehr kurze Trichome, die aber mit bloßem Auge nur schwer zu erkennen sind. Die Blattstruktur ist ledrig - hart.


Der Aufbau des Blütenstandes ist etwas merkwürdig. Generell gilt: Die Pflanze ist zweihäusig. Man findet aber einhäusige Pflanzen. Die weiblichen weißen Blüten sind 5 - 6 mm lang und haben fünf weiße Kronblätter, die an ihrer Basis zu einer Röhre verwachsen sind. In der Blüte befindet sich der Fruchtknoten mit dreilappiger Narbe, sowie rudimentären Staubblättern. Männliche Blüten haben wie die weiblichen auch fünf Kronblätter, die ebenfalls an der Basis röhrenförmig verwachsen sind. Sie haben aber rudimentäre Fruchtknoten und acht Staubblätter, die ca. 9 mm lang sind.

Die weiblichen Blüten befinden sich auf   Trieben, die nach allen Seiten hin verästelt auf einem Haupttrieb sitzen. Die  männlichen Blüten sitzen in der Regel auf unverästelten Haupttrieben. Die   Blütezeit liegt zwischen Juli und September. Die Früchte des Japan-Knöterichs   sind etwa 1 mm lang. Der Same ist dreieckig und dunkelbraun - glänzend. Er   befindet sich in einem Gebilde, dass von einem dreikantigen Flügel umgeben   ist. Die Vermehrung erfolgt sowohl generativ (über Samen) als auch vegetativ   (über Sprossausläufer, die Rhizome oder Rhizomteile).

In einer Vegetationsperiode kann ein einzelner Rhizom bis zu 50 cm und mehr wachsen. Wird er von der Elternpflanze abgestochen, so wächst er selbständig weiter. Ende März bis Anfang April beginnt das Schießen der oberirdischen Sprosse. In der Hauptwachstumsphase Ende April bis Anfang Mai kommen Zuwachsraten von bis zu 10 cm pro Tag vor!