Naturschutzgruppe Witten - Biologische Station e.V.
                                          Naturschutz im mittleren Ruhrtal

Die NaWit-Geländegruppe

Mittwoch ist nicht nur "ALDI-Tag" sondern für eine kleine Gruppe Wittener Bürger "NaWit-Tag". Es sind Menschen aus den verschiedensten Berufen, unterschiedlichen Alters, die eine Idee zusammenführte, sich nicht nur für die Natur zu interessieren, sondern Naturschutz praktisch zu erfahren und anzuwenden und damit auch Zeit zu verschenken, die dieser wöchentliche Einsatz erfordert: Pflege von Naturschutzgebieten und schützenswerten Landschaftsbestandteilen, um sie in ihrem Erscheinungsbild und ihrer Funktion, auch als Lebensraum der darin vorkommenden zum Teil seltenen oder auch bedrohten Tier- und Pflanzenarten zu erhalten.

Allen gemeinsam ist dies: Draußen in der Natur zu sein, Gemeinschaft in der Gruppe zu erfahren, Interessantes und Neues zu entdecken, aber auch Spaß an der Sache zu haben. Voraussetzung dabei ist natürlich die Freiheit, den Mittwoch-Vormittag von 8:00 bis 12:00 Uhr dafür einplanen zu können. Zur Unterstützung der Geländegruppe haben wir einen zunächst als ABM-Kraft und später über ein s.g. Strukturpassungsprogramm angestellten Mitarbeiter, der in der Bedienung von Balkenmäher, Freischneider und Kettensäge geschult ist und täglich im Gelände arbeitet.

Im Jahre 2001 haben wir insgesamt 12 Flächen  gepflegt und dafür ca. 3000 Stunden Einsatz geleistet, von denen die Mittwochs-Geländegruppe ca. 700 Stunden erbrachte. Weitere 500 Stunden wurden außerhalb des Mittwochseinsatzes erbracht. Wie vielfältig und erlebnisreich dieses wöchentliche Treffen sein kann, möchten wir im Folgenden anhand der verschiedensten Einsätze in den Wittener Landschafts- und Naturschutzgebieten, aber auch auf angrenzenden Gebieten der Nachbarstädte darstellen.

Eine etwas abseits der Spazierwege in der Heveney gelegene Brachfläche, die Wiesenvögeln als Ruhezone dient, drohte infolge Verbuschung ihre Funktion zu verlieren. In 5 Einsätzen wurden die teilweise bis zu 3 m hohen Büsche auf Bodenhöhe abgeschnitten und am Rand der Fläche als Sichtschutz aufgeschichtet.

Oberhalb des unteren Muttentals wurden auf  3 Obstwiesen mit z. T. altem Baumbestand im zeitigen Frühjahr Bäume beschnitten, im Sommer Gras und die in die Wiesen hineingewachsenen Brombeeren geschnitten und abgeräumt, sowie im Herbst die Weißdornhecken geschnitten.

Am Rande des Freizeitgeländes Kemnade auf  Herbeder Seite pflegen wir seit Jahren eine Fläche, die zur ehemaligen Zeche Lothringen gehörte und nach Schließung der Zeche Industriebrache war. Dieses Gebiet beherbergt heute eine bedeutende Population der Kreuzkröte. Für eine Reihe von Libellenarten ist dieses Areal mit den darin angelegten Teichen wichtiges Fortpflanzungsgebiet. Im Frühjahr haben wir dort den Riesenbärenklau ausgezogen und den Japanischen Knöterich gemäht und im Herbst bei 5 Einsätzen die gesamte Fläche entbuscht, gemäht und abgeräumt.

In den Ruhrauen in Wetter-Wengern pflegen wir eine nicht beweidete Fläche. Hier haben wir im Frühjahr Riesenbärenklau und Drüsiges Springkraut ausgezogen und im Sommer den inzwischen fast 1,5 m hohen  geschlossenen Brennesselbestand gemäht und abgeräumt.

Im NSG Elbschebachtal haben wir seit einigen Jahren eine Wiese in Pflege, die jährlich und so auch in 2001 gemäht und abgeräumt wird, um den Adlerfarn zurückzudrängen. Auf einem Teil dieser Fläche ist ein größerer Bestand an Mädesüß vorhanden, der Futterpflanze für die Raupen des hier noch vorkommenden Mädesüß-Perlmutterfalters ist.

Im oberen Muttental haben wir eine Anzahl mehr oder weniger großer Flächen in Pflege, die wir jährlich mähen und von Adlerfarn und Drüsigem Springkraut freistellen. Wir könnten noch viel mehr tun, wenn wir eine größere Gruppe wären. Deshalb sind neue Mithelfer immer herzlich willkommen.