Naturschutzgruppe Witten - Biologische Station e.V.
                                          Naturschutz im mittleren Ruhrtal

Der Mauersegler (Apus apus)  - Vogel des Jahres 2003


Meistens werden Mauersegler (Apus apus) mit Schwalben verwechselt. Schließlich fliegen sie auch schwalbenähnlich ununterbrochen auf der Suche nach Nahrung um die Häuser. Mauersegler sind jedoch größer als Schwalben, völlig schwarz gefärbt mit weißer Kehle und haben einen wesentlich rasanteren Flug als Schwalben. Die Mauersegler treffen in Witten ab Mitte April aus ihren Winterquartieren im tropischen Afrika ein.





Mauersegler sind Koloniebrüter und besetzen sofort nach ihrer Ankunft wieder die bekannten Brutplätze. Zur Brut werden Löcher oder Ritzen an hohen Gebäuden häufig unter Dachtraufen genutzt. So finden wir in Witten   die meisten Mauersegler in der Innenstadt, wo es noch viele zur Brut geeignete Gebäude gibt. Da bei modernen Häusern die Wärmeisolierung viel umfassender ist als bei Altbauten, gibt es dort kaum noch Möglichkeiten für die Mauersegler irgendwo eine Ritze oder eine Spalte am Gebäude zur Brut zu finden.  Dieser Umstand hat dazu geführt, dass die Mauersegler in den letzten Jahren im Bestand abgenommen haben.

Die Wahl zum Vogel des Jahres 2003 möchte auf diesen Umstand aufmerksam machen. Mauersegler sind extrem an das Leben im Luftraum angepasst. Die Anpassung geht sogar so weit, dass die Segler außerhalb der Brutzeit nachts im Fliegen schlafen. Dazu werden nach Sonnenuntergang Höhen von 1000 bis 2000 m aufgesucht, wo die Vögel mit ruhigem Flügelschlag die Nacht verbringen.     





Kleine Insekten, die sich überall im sommerlichen Luftraum aufhalten, das so genannte Luftplankton, dient den Mauerseglern als Nahrung. Gibt es im Sommer eine Kälteperiode, während der sich nicht mehr ausreichend Insekten in der Luft aufhalten, so weichen die Mauersegler unter Umständen für einige Tage mehrere hundert Kilometer in günstigere Regionen aus.  

Sind in dieser Zeit junge Mauersegler zu ernähren, so fallen diese in eine Art Starre, in der sie kaum Energie verbrauchen und können dadurch einige Tage ohne Nahrung ausharren, bis das Wetter wieder besser wird, und die Eltern zu den Jungvögeln zurückkehren. Wenn die jungen Mauersegler im Sommer ausfliegen, wird es abends laut in der Stadt. Kleine Gruppen von Mauerseglern, "screaming parties" genannt, jagen dann abends mit lauten "srieh"- Rufen um die Häuser.  

Bereits zur Monatswende Juli/August verlassen die Mauersegler innerhalb weniger Tage Witten und sind zu dieser Zeit mit die ersten Zugvögel, die wieder nach Afrika zurückfliegen. Mitte August hat man bereits Mühe, noch einen Mauersegler in der Stadt zu sehen. Nordische Mauersegler brüten jedoch später als unsere Mauersegler und können durchziehend vor allem im Ruhrtal noch bis Ende September beobachtet werden.





Die Mauersegler werden nun bis zur nächsten Brutsaison ununterbrochen fliegend Tag und Nacht im Luftraum verbringen. Auf diese Weise legt ein Mauersegler geschätzt 4 Millionen Flugkilometer in seinem Leben zurück. Die Naturschutzgruppe Witten versucht an 3 verschiedenen Standorten im Stadtgebiet diese faszinierenden Vögel gezielt anzusiedeln.