Amphibienwanderung 2026 – Resümee und Ausblick
Erdkröten und Grasfrösche haben ihre Wanderung zu ihren Fortpflanzungsgewässern abgeschlossen, abgelaicht und befinden sich wieder in ihren Landlebensräumen. Die Hinweisschilder auf die Krötenwanderung wurden deshalb in den letzten Tagen abgebaut und auch die Straßensperrungen aufgehoben.
Aufgrund der ungewöhnlich hohen Temperaturen ab Mitte Februar, kombiniert mit insgesamt feuchter Witterung bzw. hoher Bodenfeuchte, setzte die Wanderung der Grasfrösche, Erdkröten und der meisten Molche schon in der zweiten Februarhälfte ein. Von Mitgliedern der NaWit sowie weiteren Helfern waren dann in zahlreichen Abendeinsätzen möglichst viele Straßenabschnitte auf Amphibien zu kontrollieren. Dank des engagierten Einsatzes konnten bis Anfang April mehrere Hundert Grasfrösche, Erdkröten und Molche vor dem Straßentod gerettet werden. Dennoch waren – wie auch in den Vorjahren – Tierverluste an vielen Strecken nicht zu verhindern.
Ein besonders verlustreicher Abschnitt der Rauendahlstraße konnte immerhin über die Verkehrsabteilung der Stadt ab Anfang März noch mit einer Tempo-30-Regelung ausgeschildert werden. Soweit sich Autofahrer an diese Geschwindigkeitsbegrenzung halten, kann dies die Überlebenswahrscheinlichkeit deutlich erhöhen, da ansonsten schon bei einem knappen Vorbeifahren mit höheren Geschwindigkeiten allein die Druckwelle von Fahrzeugen (Über-/Unterdruck) für Amphibien tödlich wirken kann.
Die Arbeiten der NaWit zur Erfassung und zum Schutz unserer Amphibien sind damit aber noch lange nicht beendet. Ein Großteil der Molche befindet sich noch in den Gewässern, ihre Fortpflanzungszeit zieht sich noch einige Wochen hin. Die Bestandsentwicklungen werden vor allem durch Beobachtungen an den Gewässern selbst sowie gelegentlich auch durch gezielte Reusenfänge überprüft. Andere Arten, wie z. B. die Wasserfrösche, die durch ihre auffälligen Rufe vor allem in der Ruhraue im Mai und Juni auf sich aufmerksam machen, beginnen erst jetzt mit der Fortpflanzung. Ein besonderer Schwerpunkt in der Amphibienkartierung der nächsten Wochen wird jedoch die Erfassung der deutlich heimlicheren und stark gefährdeten Geburtshelferkröte darstellen. Ihre glockenähnlichen Rufe sind vor allem an warm-feuchten Abenden von Ende April bis in den Sommer hinein – häufig an ihren Versteckplätzen abseits der Fortpflanzungsgewässer – zu hören. Auch die Erfassung des durch die Erkrankung mit dem Amphibien-Chytridpilz Bsal (Batrachochytrium salamandrivorans = "Salamanderpest") stark bedrohten Feuersalamanders wird kontinuierlich fortgeführt.
Die NaWit freut sich immer über Meldungen zu Amphibiensichtungen bzw. -vorkommen, z. B. auch in Gartenteichen. Hinweise naturinteressierter Bürger und natürlich auch besonders aktive Hilfe bei den Bestandserfassungen und Schutzmaßnahmen sind immer willkommen.