Naturschutzgruppe Witten - Biologische Station e.V.      
Naturschutz im mittleren Ruhrtal

 

Der Neuntöter (Lanius collurio) - Rückkehrer mit Zukunft?


Es ist Mitte Mai - gerade erblühen die ersten Heckenrosen - da sitzt er wieder! An der gleichen Stelle wie im letzten Jahr auch thront ein auffällig bunt gefärbter, nicht ganz starengroßer Singvogel auf dem höchsten Zweig eines Hagebuttenstrauches. Grauer Kopf mit schwarzer Gesichtsmaske, helles Brust und Bauchgefieder, rotbrauner Rücken und ein auffällig schwarz - weiß gefärbter langer Schwanz - sind die Merkmale des Männchen Neuntöters (Lanius cullorio). Vor wenigen Tagen erst ist er und sein unauffälliger gefärbtes Weibchen  aus dem südafrikanischen Winterquartier zurückgekehrt.


Viel Zeit bleibt ihnen nicht. Knapp 90 Tage müssen reichen für Paarbildung, Nestbau, Brutgeschäft, Jungenaufzucht sowie für die Anlern-   und Betreungsphase des Nachwuchses. Spätestens Anfang August beginnt der Rückzug ins 8000 km entfernte Winterquartier. Seit einigen Jahren ist der Neuntöter oder Rotrückenwürger als Brutvogelart in den Wittener Raum zurückgekehrt. Obschon es jährlich nur 1 bis 2 Paare sind die hier brüten oder es zumindest versuchen, gibt diese Entwicklung Anlass zur Hoffnung.


Bereits 1985 wurde diese stark bedrohte Vogelart zum Vogel des Jahres gewählt. Der katastrophale Lebensraumschwund - treffender - die Zerstörung oder Vernichtung von in früheren Jahren häufigen Hecken- und Gebüschlandschaften durch die intensivierte, maschinengerechte Agrarwirtschaft waren und sind bis heute die entscheidenden Gründe für das Verschwinden vieler auf diesen Lebensraum angewiesenen Tier- und Pflanzenarten.     


Gute Lebensbedingungen fand der Neuntöter immer dort wo Viehweiden durch dornentragende Heckensträucher (Weißdorn, Schlehe, Heckenrose oder Brombeere) abgegrenzt wurden, weniger intensiv genutzte Grünlandbereiche durch Einzelsträucher oder Gebüschgruppen strukturiert waren und an Rändern von Wiesen und Feldern ungenutzte Randstreifen, Felderarme und Grenzräume vorhanden waren. Hier fand der Neuntöter ausreichend große Vorkommen seiner Hauptbeutetiere, größere Insekten wie Hummeln, Heuschrecken oder Käfer. 


Gute Lebensbedingungen fand der Neuntöter immer dort wo Viehweiden durch dornentragende Heckensträucher (Weißdorn, Schlehe, Heckenrose oder Brombeere) abgegrenzt wurden, weniger intensiv genutzte Grünlandbereiche durch Einzelsträucher oder Gebüschgruppen strukturiert waren und an Rändern von Wiesen und Feldern ungenutzte Randstreifen, Felderarme und Grenzräume vorhanden waren. Hier fand der Neuntöter ausreichend große Vorkommen seiner Hauptbeutetiere, größere Insekten wie Hummeln, Heuschrecken oder Käfer.           


Die Naturschutzgruppe Witten kontrolliert jährlich alle potentiellen Neuntöterlebensräume, registriert die Beobachtungen, führt selbst Ersatzpflanzungen durch und leistet Hilfestellung sowie Beratung für interessierte Personen. Besonders angesprochen sind: Landwirte, Eigentümer größerer Freiflächen aber auch die zunehmende Zahl von Pferdehaltern! Sie haben die Chance, aber auch die Verantwortung, Tier- und Pflanzenarten eines stark bedrohten Lebensraumes zu erhalten oder ihnen die Rückkehr zu ermöglichen!